WESTERNREITEN

Auf einem Trail zu sein, bedeutet eigentlich Wanderreiten. Im Trail - der Übung zum Wanderreiten- muss das Pferd möglichst selbständig Hindernissen, die den natürlichen Gelände Hindernissen entsprechen, bewältigen. Es werden Geschicklichkeitsaufgaben gefordert, wie z.B. ohne Absitzen durch Weidetore zu gehen, was kontrollierte, exakte Bewegung des Pferdes in alle Richtungen erfordert (Rückwärts richten, Seitengänge), oder Überqueren von Holzbrücken, wobei Gelassenheit und Vertrauen des Pferdes zum Reiter sichtbar werden. Es werden alle möglichen und unmöglichen Situationen simuliert, die einem Reiter im Gelände begegnen können.


Hier wird eine Brückenüberquerung simuliert. Die aufgebaute Brücke ist hohl, für das Pferd ein ungewohntes Geräusch wenn es darüber geht. Dabei kann es leicht erschrecken und steigen, was in der Natur fatale Folgen haben kann. Um so eine Situation zu vermeiden, übt man. Das Pferd wird später auch echte Brücken gelassen überqueren.

Unser Reiter lacht noch - vorwärts durch einen mit Holzstangen gelegten L-förmigen Gang zu gehen ist relativ einfach, wobei es meistens auch mehrerer Versuche bedarf, bis es einwandfrei sitzt (auch hier wichtig, wenn das Pferd die Übung nur "teilweise" besteht und einmal über ein Holz tritt: Trotzdem loben - es hat sein Bestes versucht!). Später kann man rückwärts durch die L-Form reiten, dass erfordert Konzentration und Geschick. 

Vor raschelnden Gegenständen haben Pferde besonders Angst. Übungen dafür sind sehr  nützlich. Hier wird das Pferd über eine befestigte große Plane geführt, die bei jedem Tritt unbekannte Geräusche von sich gibt. Ein ungeübtes Pferd erschrickt unweigerlich. Um später auch über blätterbedeckten Herbstboden im Wald reiten zu können, ist diese Übung ideal.

Auch diese Aufgabe härtet besonders ab. Die Reiterin lenkt ihr Pferd durch ein so genanntes Flattertor. Besteht das Pferd diese Übung gelassen, wird es später vor plötzlich auffliegenden Vögeln, herab fallenden Blättern, und Holzstapeln, die mit raschelnden Plastikplanen befestigt sind, nicht mehr sehr erschrecken. 


Auch mit leeren Tonnen lassen sich wirkungsvolle Trainingseinheiten gestalten.
Das Pferd muss lernen gelassen stehen zu bleiben, auch wenn die Tonne unerwartet fällt und auf dem Boden rollt. Denn auch im Alltag gibt es immer wieder ähnliche Situationen, in denen das Pferd die Nerven behalten sollte (z.B. ein umgefallener Schubkarren etc.). Macht das Pferd seine Aufgabe gut, erwartet ihn auch gleich ein Leckerli zur Belohnung.

 

Die Reifen zu überqueren hat auch einen guten Sinn - so wird das Pferd schön an und über Äste gehen, ohne sich irritieren zu lassen.

Derlei Übungen gibt es noch viele, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Je mehr ein Reiter mit seinem Pferd Gegebenheiten in der Natur auf einem Übungsplatz simuliert und übt, desto sicherer, entspannter und gelassener kann er später einen schönen langen Ausritt in der Natur zusammen mit seinem Pferd genießen.